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Flying Numa

Ich möchte mehr Kontakt mit euch da draussen!!

 

Deshalb habe ich mich entschieden, einen Blog zu starten und euch ein Bisschen von den Höhen und Tiefen, schönen, witzigen, aber auch traurigen und enttäuschenden Momenten in meinem Alltag als Tierfotografin zu erzählen.

 

In meiner beruflichen Tätigkeit habe ich mit vielen verschiedenen Modellen zu tun. Grosse, Kleine, Dicke, Dünne, Flauschige, fast Nackte, Gehorsame, Querulanten, Individualisten, Angepasste, Motivierte und solche mit eigenen Vorstellungen vom Ablauf eines Shootings. Um Erlerntes zu Üben, neue Dinge auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln, muss immer wieder meine Hündin und gute Freundin "Numa" herhalten. Sie wird positioniert und dirigiert, rennt auf Kommando und bitte immer schön die grossen Ohren spitzen! Mit der Zeit entstanden hunderte von Fotos, die das Leben von Numa akribisch dokumentieren und sie in fast allen Lebenslagen zeigen.

Es kristallisierte sich heraus, dass sie Aufnahmen im Studio nicht so mag, da es dort einfach zu wenig Ablenkung gibt und eine Einstellung ettliche Male zu versuchen, bis alles passt, ist für mein Modell sehr anstrengend und macht müde. Sie soll dabei ja auch den Spass nicht verlieren und schon vor der Eingangstür ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter aufsetzen.

Draussen ist das Ganze natürlich viel spannender. Allerdings hat sich meine Partnerin mit der Zeit einiges einfallen lassen, dass auch ich meinen Beitrag zu leisten habe. Schliesslich bekomme ich Fotos vom schönsten Podengo portugues der Welt... :-) Da sind Leckerli als Bezahlung bei weitem nicht genug. Da Numa verstanden hat, dass Ohren aufstellen oftmals elementar für mich ist, hat sie begonnenn immer ein Ohr etwas hängen zu lassen. Um dem entgegenzuwirken schnalze ich mit der Zunge, mache Kussgeräusche, gebe sonstige, seltsame Geräusche von mir oder werfe Tannzapfen und kleine Stöcke. Ich denke jedoch, dass sie dies nur macht, um die Chance zu erhöhen, dass Fussgänger unsere Wege kreuzen. Warum? Ganz einfach: Stellt euch eine Frau vor, die auf dem Waldboden kniet oder liegt. Das Blickfeld eingeschränkt durch den Sucher der Kamera, konzentriert auf die Komposition und das hängende Ohr des Modelles und somit absolut unempfänglich für herannahende Mitbenützer des Naherholungsgebietes. Neben der Tatsache, dass ich auch manchmal erschrecke, wenn da "völlig überraschend" Menschen hinter mir stehen, müssen in der Regel die meisten ein Grinsen unterdrücken, ab dem fragwürdigen Verhalten meinerseits.

Ja, anfangs waren mir solche Situationen peinlich, mittlerweile grinse ich mit. Was ich jedoch ebenfalls erlebe, bei solchen Aktionen sind Begebenheiten, die mich so baff machen, dass ich nicht einmal mehr einen schlagfertigen Konter zustande bringe.

Kürzlich war ich mit meiner neuen Kamera und meinen zwei Hündinnen im Wald unterwegs. Numa und Kaya sind beide rehbraun und ca. 30 cm hoch. Ich hatte nicht so viel Zeit, aber ich wollte wenigstens kurz den (hochgepriesenen) Autofokus des Gerätes ausprobieren. Ich lag also mitten auf dem Waldweg, vor mir, in ca. 10 Metern Abstand sass Numa und neben mir meine zweite Hündin. Auf Kommando spurtet Numa auf mich zu, ich schiesse eine Salve Serienbilder und verteile anschliessend Streicheleinheiten und Leckerli. Hinter mir höre ich Fahrradgeräusche, was mich dazu veranlasst sofort aufzustehen und mich mit meinen beiden Ladies an den Wegrand zu begeben. Es fahren zwei Herren mittleren Alters auf ihren Rädern an mir vorbei, beide mit fragendem Blick und etwas verständnislosem Ausdruck. Als die Lage als unproblematisch erkannt wurde, traten die beiden wieder fest in die Pedalen und waren schon fast um die nächste Wegbiegung, als sie laut lachten und ich den Einen noch sagen hörte: "... in den Wald um Ratten zu fotografieren!"

Im ersten Moment dachte ich: "Was für eine Frechheit!", schaute den Herren entgeistert nach um anschliessend meine beiden Hunde zu taxieren, ob da Ähnlichkeiten mit Ratten zu finden seien. Danach musste ich schmunzeln und verbuchte die Situation unter "na dann halt..."

Angesichts der Tatsache, dass ich diese Episode sowohl meiner Freundin erzählen, als auch schriftlich zum Besten geben musste, war sie offenbar doch einprägsamer als gedacht.

Das nächste Mal sollten die fahrradfahrenden Mitfünfziger doch bitte froh sein, wenn ich keine Serienbilder von ihrem lautstarken Abgang inklusive den unvorteilhaften Gesässen in gepolsterten Radlerhosen schiesse.

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Kommentare: 3
  • #1

    Monica Huber (Montag, 25 September 2017 12:06)

    Wie heisst es so schön.. leben und leben lassen!
    Unsere Wälder sind Naherholungsgebiete für ALLE und JEDEN

    Und du hast Recht, Männerhintern in gepolsterten Radlerhosen sind mindestens genauso bemerkenswert komisch wie eine auf dem Waldweg liegende Rennhundbilder schiessende Fotografin!

    Zudem macht sich Flying Numa allemal besser auf deinen Bildern als Posterhöschengeschützte Wadenkrampf anfällige Hinterteile von Waldwegbikern ���

  • #2

    Sylvi (Mittwoch, 27 September 2017 11:55)

    Also ich weiss das du mit mir dieses Jahr den wohl für mich schönsten wie auch die 2 trairigszen Momente geteilt hast und nur wegen dir habe ich eine Erinnerung an den schönen Moment habe. Unbezahlbar.
    Wegen den Ratten. Ich schicke immer Roger vorraus mit unserer Ratte und alle brechen in gelächter aus, aber spätestens wenn ich mit den 4 RR um die Ecke/durch die Tür komme, verstummt das gelächter ����
    Liebs Grüessli Sylvi mit Ratte und em Rest vom Rudel

  • #3

    Michael Puck (Sonntag, 29 Oktober 2017 18:00)

    Hi Nina, I am a German mountain biker who lives in Tennessee and has 4 dogs and loves to take pictures of domestic animals. I enjoyed your story and just wanted to share my observation here in the US, but I assume it is very similar in Europe. Some people see dogs as property and not as living beings. Consequently, they treat dogs accordingly and have no emotional connection to the animal, which I believe might be the underlying reason for the comment your overheard. Love your pictures. Keep up the great work! Best, Michael